Trinkwasser-Absperrklappen: NSF/ANSI 61 & 372, WRAS, ACS und WaterMark erklärt
Verfasst von
Allen Zhang · Leitender Anwendungsingenieur, LAUX VALVE

Eine Absperrklappe in einer Trinkwasserleitung muss mehr als dichten — jede benetzte Oberfläche, die sie dem Wasser bietet, muss zertifiziert sicher für Trinkwasserkontakt und ausreichend bleiarm sein, um dem Gesetz zu genügen. Eine mechanisch perfekte Armatur ohne die richtige Zulassung wird bei der Abnahme abgelehnt, und in manchen Rechtsräumen ist der Einbau einer nicht zertifizierten Armatur in eine öffentliche Versorgung illegal. Dieser Leitfaden erklärt die relevanten Zulassungen — NSF/ANSI 61 und 372 in Nordamerika, WRAS in Großbritannien, ACS in Frankreich, WaterMark in Australien — was jede tatsächlich zertifiziert, welche Werkstoffe eine Trinkwasserarmatur verwenden muss, und einen Auswahlablauf, damit die spezifizierte Armatur konform und richtig ausgelegt ist.
Die Zulassungen und was jede zertifiziert
| Zulassung | Region | Was es zertifiziert |
|---|---|---|
| NSF/ANSI 61 | Nordamerika | Benetzte Werkstoffe geben keine Schadstoffe ans Wasser ab |
| NSF/ANSI 372 | Nordamerika | Bleifrei: ≤0,25 % gewichteter Blei-Mittelwert auf benetzten Flächen |
| WRAS | Vereinigtes Königreich | Material/Produkt sicher & konform mit UK-Wasservorschriften |
| ACS | Frankreich | Attestation de Conformité Sanitaire für Trinkwasserkontakt |
| WaterMark | Australien | Konformität mit australischen Sanitärnormen |
Woraus eine Trinkwasserarmatur besteht
Eine konforme Trinkwasserarmatur ist eine elastisch gedichtete Bauart, bei der jedes benetzte Teil sowohl auf Wassersicherheit als auch geringen Bleigehalt ausgewählt ist. Der Sitz ist eine Trinkwasser-EPDM-Mischung — EPDM ist ideal für Wasser, und zertifizierte Qualitäten sind geprüft, nichts Schädliches abzugeben. Das Gehäuse ist Sphäroguss, voll mit einem lebensmittelechten, bleifreien Epoxid ausgekleidet, sodass das Wasser nie blankes Eisen berührt. Die Scheibe ist Edelstahl (oft CF8M/316 oder 316L), und Welle, Lager und Verbindungselemente müssen ebenfalls bleifreie, wassersichere Werkstoffe sein. Entscheidend: Die Zertifizierung gilt für die konkrete Mischungs- und Beschichtungsrezeptur, als fertiges Produkt geprüft — nicht für den generischen Materialnamen. Zwei Armaturen können beide EPDM nennen, und nur eine hält das Zertifikat.


Auswahl einer konformen Trinkwasserarmatur
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1. Geforderte Zulassung ermitteln
Ermitteln, welche Kennzeichnung örtliche Wasserbehörde und Projektspezifikation verlangen — NSF/ANSI 61 & 372, WRAS, ACS oder WaterMark. Das ist von der Rechtsordnung bestimmt und vor jeder Auslegung zu bestätigen.
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2. Zertifikat verlangen, keine Behauptung
Die tatsächliche Listungs-/Zertifikatsnummer und die Zertifizierungsstelle verlangen und in der Online-Datenbank des Zertifizierers prüfen. Eine Broschürenzeile „EPDM, für Trinkwasser geeignet“ ist keine Zertifizierung.
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3. Bestätigen, dass jedes benetzte Teil erfasst ist
Das Zertifikat muss Sitz, Gehäuseauskleidung, Scheibe und Welle abdecken — nicht nur ein Bauteil. Eine bleihaltige Welle oder eine unbeschichtete Gehäusestelle kann die ganze Armatur bei einem 372-Bleitest durchfallen lassen, selbst mit zertifiziertem Sitz.
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4. Bauform und Druckklasse wählen
Für erdverlegte Hauptleitungen und große Transportleitungen passt eine Doppelflanscharmatur (oft AWWA C504); Zwischenflansch oder Lug für Anlagen- und Gebäudewasser. PN/Class wie bei jeder Wasserarmatur auf den Netzdruck abstimmen.
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5. Zertifikat in der Betriebsdoku ablegen
Die Zertifikatsnummern in der Projektdokumentation ablegen, damit Prüfer und Wasserbehörde die Konformität jetzt und bei jedem künftigen Audit verifizieren können. Undokumentierte Konformität ist bei der Übergabe gleichbedeutend mit Nicht-Konformität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen NSF/ANSI 61 und NSF/ANSI 372?
Sie ergänzen sich. NSF/ANSI 61 ist die Gesundheitsnorm: Sie prüft, dass die benetzten Werkstoffe keine schädlichen Verunreinigungen in unsicheren Mengen ans Trinkwasser abgeben. NSF/ANSI 372 ist die Bleigehaltsnorm: Sie bestätigt, dass der gewichtete Blei-Mittelwert über alle benetzten Flächen bei höchstens 0,25 % liegt, der „bleifreien“ Grenze des US-Rechts. Eine voll konforme Trinkwasserarmatur trägt beide — 61 belegt Ungiftigkeit im Betrieb, 372 die Einhaltung des Bleigesetzes. Manche Zertifikate führen sie zusammen (oft als „NSF 61-G“ oder „61/372“); stets prüfen, dass beide abgedeckt sind.
Ist EPDM für Trinkwasser sicher?
Ja, wenn es eine Trinkwasser-, zertifizierte EPDM-Mischung ist. EPDM ist ein hervorragender Basiswerkstoff für Wasser — es widersteht Wasser, Ozon und Witterung und ist der Standardsitz für Wasser — aber nur bestimmte Mischungen sind für Trinkwasserkontakt formuliert, geprüft und nach NSF/ANSI 61, WRAS, ACS oder dem jeweiligen Schema zertifiziert. Ein gewöhnlicher Industrie-EPDM-Sitz ist nicht automatisch trinkwassersicher; er kann auslaugende Füllstoffe oder Verarbeitungshilfen enthalten. Stets die zertifizierte Trinkwasserqualität spezifizieren und das Zertifikat bestätigen, statt anzunehmen, jeder EPDM-Sitz qualifiziere sich.
Muss das Armaturengehäuse für Trinkwasser beschichtet sein?
Ist das Gehäuse aus Sphäro- oder Grauguss, ja — es muss voll mit einem zertifizierten lebensmittelechten, bleifreien Epoxid ausgekleidet sein, sodass das Wasser nie blankes Eisen berührt, das korrodieren und das Wasser verfärben würde. Die Beschichtung selbst muss nach derselben Trinkwassernorm wie der Sitz zertifiziert, in richtiger Schichtdicke und ohne Fehlstellen aufgebracht sein. Armaturen mit Edelstahlgehäuse (CF8M) brauchen keine Auskleidung, da das Metall bereits wassersicher ist, kosten aber mehr. Der übliche, wirtschaftliche konforme Aufbau ist ein zertifiziert-epoxid-ausgekleidetes Sphärogussgehäuse mit Edelstahlscheibe und Trinkwasser-EPDM-Sitz.
Kann ich dieselbe Klappe für Trinkwasser und Brandschutz verwenden?
Nur wenn sie beide Zulassungssätze trägt, und das ist entscheidend. Eine Brandschutzarmatur muss UL/FM-gelistet und überwacht sein; eine Trinkwasserarmatur muss NSF/61 & 372 (oder WRAS/ACS) für Wassersicherheit halten. Wird eine Sprinkleranlage aus der Trinkwasserversorgung gespeist — in Gebäuden üblich —, muss die Steuerarmatur am Anschluss oft beides erfüllen: für Feuer gelistet und für Trinkwasserkontakt zertifiziert. Für diese Doppelaufgabe gebaute und zertifizierte Armaturen gibt es, aber man darf nicht annehmen, eine Feuerarmatur sei trinkwassersicher oder eine Trinkwasserarmatur feuergelistet; beide Zertifikate ausdrücklich im Datenblatt bestätigen, bevor man eine Armatur für beide Rollen spezifiziert.
Quellen & weiterführende Literatur
- NSF/ANSI 61 — Trinkwasserkomponenten: Gesundheitliche Auswirkungen
- NSF/ANSI 372 — Trinkwasserkomponenten: Bleigehalt
- WRAS — Water Regulations Approval Scheme (Vereinigtes Königreich)
- Carafe / ACS — Attestation de Conformité Sanitaire (Frankreich)
- AWWA C504 — Gummigedichtete Absperrklappen (Wasserleitungen)






